Category: Eine unbedeutsame Erzählung
Eine unbedeutsame Erzählung II
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Weg? Würde dies nicht bedeuten, vor meinen eigenen Taten zu flüchten. Ein wahrlich feiger Akt. Sei's drum, warum soll ich also tagtäglich mit der grausamen Realität konfrontiert werden? Ich bin im allgemeinen kein grosser Fan von Konfrontationen, nicht dass ich ihre zweifelhafte Wirksamkeit anfechte, ich bin einfach der Meinung dass einige Wunden viel Zeit und Raum zur Heilung in Anspruch nehmen.
Mittlerweile erreiche ich den allein von Mondschein belichteten Park, an dem ich schon so viele gedankenversunkene Stunden verbracht habe, dass mich das Gefühle ereilt, ihn wie einen Schwamm ausdrücken zu können. Viele Menschen hassen es, schwierige Entscheidungen zu treffen. Ich mag es, lange Gedankenspielchen zu führen, das eine vom anderen abzuwägen und nach langem Hin und Her zu einem endgültigen Entschluss zu kommen.
Über mir höre ich die nervösen Orientierungsschreie einiger Fledermäuse, welche sich auf einer wilden Insektenjagd befinden. Auch das Zirpen der scheinbar nachtaktiven Grillen entgeht mir nicht, doch gehört dies eher zur Kategorie Hintergrundgeräuche.
Ich lasse mich auf die einsame Bank nieder, und entscheide mich dafür, die Stadt für eine Zeit zu verlassen. Traurig macht es mich schon ein bisschen, doch der Entschluss ist unumgänglich, meine hypothetischen Gedankenspiele beendet, und es wird Zeit, sich anderen Sachen zu widmen. Meine Hände gleiten in die Hosentaschen. Dabei stelle ich fest, dass ich den Brief noch immer an mir trage. Ich glätte ihn sorgfältig und platziere ihn unter der Parkbank. Möge er einem anderen mehr Glück bescheren als mir!
Kurz darauf holt mich die Müdigkeit der vergangenen Tage ein und bricht meine Schlaflosigkeit.
2007-09-26. 11:07:22. 281 words, 1194 views. Categories: Stories, Eine unbedeutsame Erzählung ,
Eine unbedeutsame Erzählung I
It's been some time that I wanted to write something up... It's not the ideas or motivation that are missing, it's mostly the time. So I'll try to put something together over time, and I'll just see where the story will take me. Hope you'll enjoy it, and as usual, comments are warmly welcome!
Ich streife durch die lauwarmen Strassen im Halbdunkel einer frühen Sommernacht, der ersten dieses unbedeutsamen Jahres. Hin und wieder packt es mich, dieses fast vergessene Kribbeln in der Magengegend, und ich ziehe los, ohne Ziel, ohne Erwartungen. Gedankenfetzen kreisen in meinem Kopf, doch ich versuche sie zu ignorieren und mich meinem Streifzug voll und ganz zu widmen. Schon bald wird er als nur noch als farblose Erinnerung in meinem Gedächtnis spuken, wenn überhaupt... Dass man in der Trostlosigkeit einer Grossstadt nach Mitternacht seine aufgebrauchten Energien regenerieren kann ist mir erst seit geraumer Zeit bewusst.
Was mich an der Dunkelheit fasziniert ist schwierig zu verstehen und unmöglich zu erklären. Es ist weniger die Abwesenheit von Licht als die Grenzen, welches durch sein spärliches Vorkommen erschaffen werden, die mich reizen. Dabei bin ich nicht unbedingt ein kontrastreicher Mensch. So lautet zumindest meine vorläufige Diagnose.
Eine trockene Brise streif mir durchs Gesicht, geschwängert durch den modrig-faulen Geruch der durch die sickernden Mülltonnen abgesondert wird. Sich in einer solchen Situation der Menschheit und des Lebens zu erfreuen bedingt so einiges an gutem Willen. Es gelingt mir trotzdem, auch wenn ich kurz darauf zusammen zucke, weil ich eine hungrige Katze bei ihrem Mitternachtsdinner aufgeschreckt habe. Wir wechseln kurz einen misstrauischen Blick und entfernen uns in entgegengesetzte Richtungen. Sonst sind die Strassen wie leergefegt. Ich weiss nicht, ob mich diese Tatsache beruhigen soll, da man doch annehmen müsste, in solch einer Millionenmetropole auf etwas mehr Gegenverkehr zu stossen. Immerhin höre ich aus einer dunklen Gasse die verzerrten doch bekannten Töne einer Nachrichtenansage, die aus einem offen Fenster vordringen. Darüberhinaus scheinen sich zwei Personen (womöglich im gleichen Zimmer) zu streiten. Schön dass die Welt noch immer existiert, stelle ich fest, und biege in die folgende Seitenstrasse ein.
Immerhin ein neuer Geruch, sieht so aus als ob in dieser Gegend jeder Block seine persönliche Note besitzt. Mir soll's recht sein. Am geschlossenen Kiosk lese ich die Schlagzeilen der Magazine und Zeitschriften. Dabei stelle ich fest dass das einzige was sich an ihnen über die zeit die Namen der betreffenden Personen und Gebiete ändern.
Ich lasse mir gedanklich die Ereignisse der vergangenen Wochen passieren. Ich habe dies in den letzten Tagen bereits mehrmals versucht, komme jedoch immer zum gleichen Schluss: Ich muss hier weg.
2007-09-14. 14:26:50. 451 words, 456 views. Categories: Stories, Eine unbedeutsame Erzählung ,